In-situ Mikrostruktureinstellung


Ein zentrales Forschungsfeld der Arbeitsgruppe ist die gezielte In-situ-Einstellung der Mikrostruktur während additiver Fertigungsprozesse. Hohe Prozesstemperaturen und definierte zeitliche Temperaturverläufe führen zu lokalen Veränderungen der Werkstoffzusammensetzung, etwa durch selektive Verdampfung einzelner Legierungselemente oder prozessinduzierte Umverteilungen, und beeinflussen so maßgeblich Mikrostruktur und mechanische Eigenschaften der Bauteile.

Die Arbeiten verfolgen einen multiskaligen, multiphysikalischen Ansatz und adressieren pulverbettbasierte Prozesse sowohl mit Elektronenstrahl- als auch mit Laserquellen. Flexible Scan- und Prozessstrategien moderner Anlagen ermöglichen eine gezielte Beeinflussung der lokalen thermischen Historie. Ergänzend werden numerische Simulationswerkzeuge eingesetzt, die Temperaturfeld, Schmelzbaddynamik, Legierungsänderungen und Mikrostrukturentwicklung konsistent abbilden. Dadurch lässt sich die Mikrostruktur auf Bauteilebene simulationsgestützt vorhersagen.

Die entwickelten Ansätze ermöglichen eine gezielte Parameterauswahl, robuste und reproduzierbare Prozessstrategien sowie eine deutliche Reduktion experimenteller Entwicklungszyklen. Gleichzeitig schaffen sie die Grundlage für funktionsintegrierte Werkstoff- und Bauteilauslegung, bei der thermische Historie, Legierungschemie und Mikrostruktur gezielt zusammengeführt werden.


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