Simulationsbasierte Prozessstrategien


Im pulverbettbasierten Elektronenstrahlschmelzen lassen sich heute hochkomplexe Bauteile herstellen. Die resultierenden Bauteileigenschaften werden dabei maßgeblich durch die gewählte Prozess- und Belichtungsstrategie bestimmt. Klassische linienbasierte Ansätze können zu inhomogenen Temperaturverläufen innerhalb einzelner Schichten führen, was räumlich variierende Materialeigenschaften zur Folge hat.

Moderne Prozessstrategien kombinieren linien- und punktbasierte Belichtungsansätze und ermöglichen eine gezielte räumliche und zeitliche Steuerung des Energieeintrags. Durch die abgestimmte Auslegung von Vorheiz-, Zwischenheiz- und Schmelzschritten lassen sich Temperaturhistorien gezielt beeinflussen und über die gesamte Schicht homogenisieren. Die Auslegung dieser Strategien wird durch multiskalige Simulationstools unterstützt, die thermische Prozesse, Schmelzbad­dynamik sowie die resultierende Mikrostrukturausprägung berücksichtigen und so eine fundierte Bewertung von Prozessparametern erlauben.

Die Vorteile dieser ganzheitlichen Prozessstrategien liegen in einer verbesserten Bauteilqualität, der Reduktion von Defekten sowie einem effizienteren Energie- und Zeitaufwand. Durch ihre systematische Auslegung sind die Konzepte auf unterschiedliche Geometrien und Gitterstrukturen übertragbar und bilden eine zentrale Grundlage für die Weiterentwicklung prozesssicherer und leistungsfähiger Strategien in der additiven Fertigung.


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